Wer sich für ein Immobilien-Angebot interessiert, möchte sich umfassend über jedes Detail informieren – zunächst einmal, ohne einen Makler zu kontaktieren. Auf einer Webseite können Sie jede Information geben, die Sie möchten, ohne dass Ihnen durch zusätzlichen Text mehr Kosten entstehen. Nutzen Sie diese Möglichkeit für eine umfassende Immobilienbeschreibung.

Ihre Immobilienbeschreibung darf übrigens lang sein – nur nicht langweilig. Und sie muss gut lesbar sein. Das erreichen Sie durch kurze Absätze, Zwischenüberschriften, Hervorhebungen. Solange Sie unübersichtliche “Bleiwüsten” vermeiden, ist gegen eine längere Immobilienbeschreibung nichts einzuwenden.

Damit Ihre Immobilienbeschreibung die richtigen Interessenten anspricht, sind zunächst einige Überlegungen nötig. Diese 3 Schritte können Ihnen dabei helfen:

Schritt 1: Wen möchten Sie erreichen? Wer soll Ihre Immobilienbeschreibung lesen?

Sie wissen vielleicht noch nicht, für wen genau Sie Ihre Immobilienbeschreibung verfassen. Aber die Aussage “Leute, die bereit sind, innerhalb der nächsten Monate eine Immobilie zu kaufen“ ist definitiv zu dürftig.

Schauen Sie sich in der unmittelbaren Nachbarschaft um. Wer lebt dort? Was verdienen die Menschen? Was für Autos fahren sie? Wie viele Kinder haben sie? Schreiben Sie sich am besten alles auf, was Ihnen zu den Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft einfällt.

Hier sind einige Anregungen dazu:

Demografische Überlegungen: Wie ist die Wohnsituation der Menschen? Wie viel verdienen sie? Wie alt sind sie? Ihr Geschlecht? Ihre Kultur? Ihre Ausbildung?

Lebensphase: In welcher Lebensphase befinden sie sich? Sind sie Singles, gerade verheiratet, erwarten sie ihr erstes Kind, sind sie geschieden, sind ihre Kinder bereits aus dem Haus, genießen sie ihren Ruhestand?

Geografische Überlegungen: Warum leben die Menschen in dieser Gegend? Welchen Lebensstil pflegt man hier? Welche Sitten und Gebräuche prägen die Menschen?

Lebensstil: Womit verdienen die Menschen ihren Lebensunterhalt? Was motiviert sie? Welche Interessen und Hobbys haben sie? Was für Autos fahren sie? Wohin fahren sie im Urlaub?

Kaufmotive: Was könnte sie zum Kauf bewegen? Entscheiden sie emotional oder eher rational? Was ist ihnen wichtig – Sicherheit, Geldanlage, Wertzuwachs, Stabilität?

Warum sollten Sie über diese Punkte überhaupt nachdenken? Die Antwort ist einfach: Weil die zukünftigen Käufer vermutlich in vielen Punkten so sind wie die Menschen, die bereits jetzt in der Nachbarschaft leben.

Ihre Immobilienbeschreibung wird nur dann die richtigen Leser ansprechen, wenn Sie genau wissen, wen Sie erreichen wollen und aus welchen Gründen diese Menschen Ihre Immobilie kaufen würden.

Das erfahren Sie am besten wenn Sie herausfinden, warum andere Menschen ihr Haus oder ihre Wohnung genau hier gekauft haben. Und zwar hier in der unmittelbaren Nachbarschaft – nicht in der Stadt oder im Umkreis von mehreren Kilometern.

Überlegen Sie also: Wer lebt in genau dieser Straße? Was ist mit den angrenzenden Straßen? Was können Sie über die Bewohner herausfinden, wenn Sie sich zum Beispiel die Gestaltung ihrer Häuser ansehen? Was sagen die Gärten der Nachbarn aus, ihre Autos, ihre Kinder und deren Spielzeug?

Sprechen Sie auch mit den Verkäufern der Immobilie darüber, weshalb sie das Haus damals gekauft haben. In welcher Lebenssituation waren sie zu dem Zeitpunkt? Warum passt die Immobilie jetzt nicht mehr zu ihren Plänen? Es könnte gut sein, dass die Immobilie Menschen anspricht, die heute in einer ähnlichen Situation sind wie die Besitzer vor ein paar Jahren.

Sobald Sie all das wissen, können Sie Ihre Erkenntnisse über mögliche Kaufmotive der zukünftigen Käufer in die Immobilienbeschreibung einfließen lassen.

Schritt 2: Was unterscheidet diese Immobilie von anderen Angeboten?

Schauen Sie sich andere Immobilienangebote an, die für Ihren Interessenten ebenfalls in Frage kommen könnten. Dazu zwei Ansatzpunkte:

1. Überprüfen Sie die Konkurrenz in der unmittelbaren Nachbarschaft: Stehen in der Straße oder in angrenzenden Straßen momentan weitere Immobilien zum Verkauf? Wenn ja, was unterscheidet sie voneinander? Welche Vorteile und Nachteile haben sie gegenüber der Immobilie, die Sie vermarkten?

2. Untersuchen Sie vergleichbare Immobilienangebote in der weiteren Umgebung: Welche Immobilien haben vergleichbare Eigenschaften und einen ähnlichen Preis wie das Haus, das Sie vermarkten? Was sind deren Vorteile und Nachteile? Was unterscheidet sie von Ihrem Angebot?

Um ein Haus oder eine Wohnung effektiv zu vermarkten, müssen Sie den Wettbewerb kennen und wissen, welche einzigartigen Eigenschaften und Vorteile Ihre Immobilie bietet. Nur so wird es Ihnen gelingen, Ihr Immobilienangebot von allen anderen am Markt befindlichen Immobilien abzugrenzen.

Viele Käufer sind überwältigt, wenn sie aus einem großen Immobilienangebot wählen können, schließlich können sie ihr Geld ja nur einmal ausgeben. So suchen sie nach einem Hinweis darauf, dass eine bestimmte Immobilie aus der Masse heraussticht und ihre Aufmerksamkeit erregt. Sie möchten das Gefühl haben: “Dieses Haus muss ich unbedingt sehen!”

Genau das ist die Aufgabe Ihrer Immobilienbeschreibung. Mit den richtigen Worten ziehen Sie Interessenten an, die dieses Haus kennenlernen wollen. Und das bedeutet, dass Sie eine gute Chance haben, schneller einen Käufer zu finden und natürlich auch schneller für Ihren Service bezahlt zu werden.

Schritt 3: Was macht Ihr Immobilienangebot einzigartig?

Viele gute Fotos sind wichtig, ebenso die Eckdaten der Immobilie (Preis, Lage, Anzahl der Räume, Größe). Die eigentliche Immobilienbeschreibung kann bildhaft und emotional sein, vielleicht finden Sie sogar Stoff für eine passende “Story” zu dem Haus. Bringen Sie die folgenden Fragen auf Ideen für eine interessante Immobilienbeschreibung?

  • Was ist das Besondere, Einzigartige an diesem Haus?
  • Was ist in dem Jahr, in dem es gebaut wurde, in der Stadt passiert?
  • Warum haben die derzeitigen Besitzer es gekauft?
  • Was lieben sie daran?
  • Hat dort früher mal eine bekannte Persönlichkeit gewohnt?
  • Oder ist das Haus in einer ganz besonderen Bauweise errichtet worden?
  • Wurden vielleicht besondere Baustoffe verwendet die dafür sorgen, dass es im Winter schön warm bleibt und im Sommer kühl?
  • Wie fühlt es sich an, in einem besonders umweltfreundlichen Haus zu wohnen?
  • Welche Geschäfte oder kulturellen Einrichtungen sind in der Nähe?
  • Wo gibt es die beste Pizza in der Gegend?
  • Gibt es jährliche Nachbarschaftstreffen oder andere besondere Veranstaltungen?
  • Wie ist das Vereinsleben?
  • Wo spielen die Kinder? Gefällt ihnen die Schule, die sie besuchen?
  • Was kann man alles zu Fuß erreichen?

Warum ist all das in einer Immobilienbeschreibung wichtig?

Weil Menschen ihre Entscheidung nicht in logisch treffen, sondern in erster Linie auf Grundlage von Emotionen. Sie möchten sich erst in eine Immobilie verlieben – und dann möchten sie ihre Kaufentscheidung rational begründen.

Bevor Menschen Häuser kaufen, wollen sie sich selbst darin leben sehen. Sie wollen sich vorstellen können, wie sie die einzelnen Zimmer nutzen werden. Wie sie die Wände streichen. Wie sie das Kinderzimmer einrichten werden. All das sind emotionale Überlegungen.

Genau deshalb muss Ihre Immobilienbeschreibung die Emotionen der Menschen ansprechen – und das ist ebenso wichtig wie die Daten und Fakten der Immobilie.

4 Kommentare

  1. Sie haben die wichtigsten Punkte sehr gut zusammengefast. Das bei hochwertigen Immobilien mit einem prof. Video unterlegt erhöht Ihren Verkaufserfolg. Die ersten, die mit dem neuen Medium arbeiten haben momentan einen Wettbewerbsvorteil. Die Konkurrenz ist nicht 1000, nicht 100, nicht 10m entfernt, sondern nur einen KLICK.
    Viele Grüße aus Berlin
    Rüdiger Becker

  2. Genau so sehe ich das auch, Herr Becker. Dass Videos immer gut ankommen (gerade auch beim Verkäufer …), das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Hinzu kommt: In einem Video kann ich auch Informationen unterbringen, die aus keinem noch so schönen Foto hervorgehen. Die habe ich ja vorher mit der 3-Schritt-Methode herausgefunden …
    Viele Grüße nach Berlin
    Astrid Engel

  3. Conny Lindermann

    Hallo Frau Engel,

    vielen Dank für die klar strukturierten Hinweise. Ich glaube, dass mir diese sehr gut weiterhelfen werden.

    Allerdings sehe ich das grundlegende Problem (den ersten Schritt zum Geschäftserfolg) darin, wie man Verkaufsinteressenten findet, die schließlich einen Vrmittlungsauftrag erteilen. Vielleicht können Sie zukünftig näher auf dieses Problem eingehen?!

    Vielen Dank.

  4. Hallo Frau Lindermann,

    schön, wenn ich Ihnen mit meinem Artikel helfen kann. Aber Sie haben natürlich Recht – ohne Vermittlungsauftrag können Sie auch keine Immobilie beschreiben. Gern gehe ich in Zukunft noch mehr auf die Akquise ein.
    Allerdings: Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennbar ist, drehen sich die meisten meiner Blogbeiträge zumindest indirekt um die Auftragsgewinnung. Denn wirklich trennen kann man die Leistungserbringung (also die Vermarktung der Immobilie) von der Neukunden-Akquise nicht. Nur wenn ein verkaufswilliger Hauseigentümer erkennt, dass Sie als Maklerin etwas leisten, was er selber nicht drauf hat, haben Sie eine Chance auf den Auftrag. Eine gute Immobilienpräsentation ist also nicht nur wichtig für die eigentliche Vermarktung der Immobilie, sondern gleichzeitig ein ganz wichtiger Baustein Ihrer Akquise-Strategie.
    Noch einmal danke für den Tipp – in den nächsten Wochen gibt es zu dem Thema mehr zu lesen – versprochen.

    Viele Grüße
    Astrid Engel

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