Oft ist es schon schwer genug, Eigentümer davon zu überzeugen, ihr Haus zu entrümpeln und kleine Reparaturen zu erledigen, bevor sie es zum Verkauf anbieten. Und nun wollen Sie sie noch dazu bewegen, zumindest vor Besichtigungen Familienfotos, Erinnerungsstücke und andere persönliche Gegenstände zu entfernen? Vielleicht sogar Möbel umzustellen oder neu zu dekorieren? Dafür benötigen Sie gute Argumente!

Menschlich verständlich ist es ja, wenn Hauseigentümer nicht mehr Zeit und Geld als unbedingt nötig in eine Immobilie investieren mögen, die sie ohnehin nicht mehr haben wollen. Vielleicht haben sie lange mit sich gerungen, ob sie wirklich verkaufen sollen. Nun ist die Entscheidung gefallen, sie haben mit dem Haus „abgeschlossen“ und nun soll alles schnell gehen. Das neue Zuhause wartet schon …

Am liebsten soll der Käufer alles so nehmen wie es ist, er renoviert ja ohnehin, und beim Umzug wird das Haus sowieso komplett ausgeräumt. Warum sollte man sich jetzt noch mit Aufräumen und Umräumen befassen und vielleicht noch Dinge erledigen, für die man all die Jahre keine Zeit hatte?

Meistens ahnen die Eigentümer zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, wie langwierig so ein Hausverkauf sein kann. Wie groß das Angebot an perfekt gepflegten, modern ausgestatteten Häusern in vielen Märkten ist. Und dass die meisten Kaufinteressenten extrem empfindlich reagieren, wenn die “Aura” der bisherigen Bewohner zu präsent ist.

Sie als Makler wissen das, nur wie erklären Sie das Ihren Kunden? Hier ein Tipp:

Warum “Entpersonalisierung” so wichtig ist

Die amerikanische Home-Staging-Expertin Marie Graham erklärt die Notwendigkeit der sogenannten “Entpersonalisierung” oder “Neutralisierung” einer Immobilie mit einer Analogie:

Stellen Sie sich vor, sagt sie, Sie nehmen in einem überfüllten Restaurant an einem Tisch Platz, auf dem noch das benutzte Geschirr anderer Gäste steht. Sie haben sich auf ein köstliches Mahl gefreut und müssen sich stattdessen die Spiegelei-Reste und die benutzten Teller anderer Leute ansehen. Die Vorfreude auf Ihr Essen ist zumindest getrübt, wenn Ihnen nicht gleich ganz der Appetit vergangen ist.

Der Punkt ist: Sie wissen natürlich, dass vor Ihnen bereits zahlreiche andere Gäste an diesem Tisch gegessen haben, aber Sie möchten diese Erfahrung nicht unbedingt hautnah miterleben.

Ebenso geht es Kaufinteressenten mit einer Immobilie. Sie wissen zwar, dass dort bereits Menschen gelebt haben, aber sie möchten möglichst nicht daran erinnert werden. Das Einzige, was sie interessiert, ist, ob und wie sie selbst in dem Haus leben wollen. Das gelingt ihnen am besten, wenn das Haus wirkt wie ein Musterhaus – großzügig, geschmackvoll und möglichst ohne Gebrauchsspuren.

Vielleicht hilft Ihnen dieser Vergleich, allzu sorglose Kunden zur Mitarbeit zu bewegen.

3 Kommentare

  1. Ich finde Ihre Marketing-Ideen für Makler sehr interessant. Der blog liesst sich sehr gut.

    Ein neuer Trend ist, Immobilien durch Staging zu verschönern. Das heißt, die Wohnung bzw. das Haus werden von einem Innenarchitekten, auf neudeutsch gesagt, gepimpt. Es folgen kleine Renovierungsarbeiten, die dem Objekt ein neues Ambiente verleihen und die Atmosphäre allgemein verbessern. Die Investion in die Miete für Möbel und Co lohnt sich. Immobilien, die gestagt wurden verkaufen sich häufig deutlich besser… Mir gefällt der Gedanke, dass man das Objekt für den Käufer aufhübscht, um die besten seite hervorzuheben und die Phantasie zu beflügeln und Gemütlichkeit zu kreieren.

    Ich werde Ihren Blog gerne weiter lesen.

  2. Astrid Engel

    Vielen Dank – und schön, dass Sie immer mal wieder hereinschauen.
    Mir gefällt die Idee mit dem Homestaging auch sehr gut. Immobilienkauf ist eben viel mehr Bauchsache, als sich so manch ein Käufer (und Verkäufer) eingestehen mag und ein wenig Styling kann unglaublich viel bewirken. Aber ich schätze, wir müssen wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten, bis das Homestaging auch bei uns den Stellenwert erreicht hat wie zum Beispiel in den Staaten.

    Viele Grüße
    Astrid Engel

  3. Hallo, auch ich möchte das Home-Staging ins Bewußtsein der Verkäufer und Makler bringen, weil der “erste Eindruck” der entscheidende ist. Allerdings bin auch ich der Meinung, dass noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, da die Makler nach wie vor denken, dass kriege ich auch ohne Home-Staging weg und die Verkäufer sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn man an die Entpersonalisierung bzw. ans Aufräumen geht. Dabei könnte alles so einfach sein!

    Liebe Grüße

    Gabi Assel

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