Wer ein Haus verkaufen will, muss es zunächst beschreiben: Im Internet-Exposee, im Immobilien-Portal oder in der Zeitungsanzeige. Oft stehen in der Immobilien-Beschreibung dann Attribute wie “traumhaft” oder “wunderschön”. Ist das wirklich empfehlenswert?

Natürlich gibt es unsichere Interessenten, die sich sagen: Wenn der Verkäufer dieses Haus schon so traumhaft findet, muss ja etwas dran sein. Aber wahrscheinlich ist eher das Gegenteil: Eine so überschwängliche Immobilien-Beschreibung macht eher misstrauisch. Denn:

Was sagt “traumhaft” in einer Immobilien-Beschreibung aus?

Doch nicht mehr, als dass der Eigentümer ein Haus verkaufen möchte, das er selber “traumhaft” findet. Nur, das sagt dem Interessenten nicht, was …

… an dem Haus so traumhaft ist. Ist es besonders hell? Besonders detailgetreu saniert? Besonders groß? Wahrscheinlich versteht Ihr Interessent etwas ganz anderes unter “traumhaft” als der Verkäufer.

Meine Kollegin Marte Cliff, eine amerikanische Immobilien-Werbetexterin, berichtet von einem Gespräch zwischen einem Makler und seiner Kundin. Er schwärmt von den “wundervollen” Bäumen auf dem Grundstück, und was antwortet die Dame? “Der einzige wundervolle Baum, den ich kenne, ist ein toter Baum”.

Nun, sicherlich ein drastisches Beispiel, aber es beschreibt genau, wie wenig Aussagekraft Worte wie “wundervoll”, “großartig” oder “traumhaft” haben. Worthülsen eben …

Wählen Sie in der Immobilien-Beschreibung lieber konkrete Begriffe.

Angenommen, Sie möchten eine Villa mit Erker – und Blick in einen üppig blühenden Garten – verkaufen. Auch wenn die Versuchung groß ist: Verkneifen Sie sich ein Attribut a la “traumhaft”. Beschreiben Sie lieber, warum die Villa traumhaft ist, was an dem Erker so traumhaft ist und was genau den Blick in den Garten so traumhaft macht. Das macht zwar wesentlich mehr Mühe, aber es lohnt sich.

Versuchen Sie also, eine Vorstellung beim Leser zu erzeugen. Zum Beispiel könnte in der Immobilienbeschreibung stehen:

… In den Morgenstunden genießen Sie Ihren lichtdurchfluteten Erkerplatz ganz besonders. Durch die raumhohen Fenster blicken Sie auf den üppig blühenden Bauerngarten mit dem kleinen Seerosenteich, in dem sich die Morgensonne spiegelt …

Nun, erzeugt diese Immobilien-Beschreibung nicht sofort eine Vorstellung vor Ihrem geistigen Auge? Diese Villa ist auf einmal keine anonyme Immobilie mehr für Sie. Lediglich mit dem Wörtchen “traumhaft” wäre das nie gelungen.

Ja, eine solche Immobilien-Beschreibung ist länger und erfordert mehr Platz. Im Internet haben Sie diesen Platz meist, in einer Zeitungsanzeige wäre eine solche Anzeige unerschwinglich. Dort können Sie die Immobilien-Beschreibung kürzer fassen:

Villa mit … m² Garten, Erkerzimmer, raumhohe Fenster, … (und natürlich ein paar Eckdaten)

Dieser Telegrammstil ist einer ehrwürdigen Villa zwar nicht angemessen, würde aber zumindest ein besseres Bild zeichnen als “traumhaft”, “großartig” oder “wundervoll”. Und es würden sich nur Kaufinteressenten melden, die helle Erkerzimmer und üppige Bauerngärten mögen.

Tipp: Verwenden Sie in Ihrer Immobilien-Beschreibung bildhafte Begriffe. Bilder sagen mehr als tausend Worte. Doch Worte brauchen Sie, um zu verkaufen. “Malen” Sie deshalb mit Ihrer Immobilien-Beschreibung Bilder, die den Leser im Geiste erleben lassen, wie er sich in Ihrem Haus fühlen wird.

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