Wie sinnvoll sind für Immobilienmakler Immobilienanzeigen in der Zeitung, seitdem immer mehr Immobilien-Interessenten das Internet für ihre Immobiliensuche nutzen?

Ich habe mal gelesen, dass sich auf manche Immobilienanzeigen im Internet bis zu 10-mal so viele Interessenten melden wie auf Zeitungsanzeigen.

Wenn man dann noch die wesentlich höheren Kosten der Zeitungsanzeige in Betracht zieht, fragen sich viele Immobilienmakler zu Recht, ob sie überhaupt noch Immobilienanzeigen in Zeitungen schalten sollten.

Ich persönlich halte Immobilienanzeigen in der Zeitung trotz der höheren Kosten für eine sinnvolle Ergänzung der Internet-Werbung, und zwar aus mehreren Gründen:

Immobilienanzeigen werden immer noch gelesen

Noch immer gibt es 19 Millionen Deutsche, die keinen Internetzugang haben. Aber auch Menschen, die das Internet sonst rege nutzen, lesen aus verschiedenen Gründen Immobilienanzeigen in Zeitungen.

Da wäre zum Beispiel der Gemütlichkeitsfaktor. Für viele Menschen gehört die Samstags- oder Sonntagsausgabe der Zeitung mit ihren zahlreichen Immobilienanzeigen einfach zu einem entspannten Wochenendfrühstück.

Oder beobachten Sie einmal Menschen in Cafes, die Zeitungsanzeigen lesen. Sie kritzeln in der Zeitung herum und kreisen Anzeigen ein, die sie interessieren.

Im Internet können Interessenten ein Kontaktformular ausfüllen oder den Verkäufer anrufen. Das ist praktisch, aber nicht jeder mag das.

Es gibt immer auch Immobilien-Interessenten, die lieber etwas Schriftliches in der Hand haben. Dazu müssten sie sich die Kontaktdaten abschreiben oder die Anzeige ausdrucken, was ziemlich umständlich sein kann.

Mit einer Zeitung in der Hand können die Interessenten einfach ins Auto steigen, die Zeitung auf den Beifahrersitz werfen und losfahren, um sich die Immobilie anzusehen. Wenn nötig, können sie die Anzeige immer noch einmal zur Hand nehmen.

Denken Sie auch an die Interessenten, die zwar durchaus am Kauf einer Immobilie interessiert sind, aber auf eine passende Gelegenheit warten. Diese Menschen suchen nicht regelmäßig im Internet sondern werden beispielsweise durch ein Verkaufsschild oder eben durch eine Anzeige in der Zeitung auf ein besonderes Angebot aufmerksam.

Mindestens ebenso interessant finde ich den Gedanken, Immobilienanzeigen als Marketinginstrument zu betrachten:

Immobilienanzeigen zur Auftragsgewinnung

Ein privater Eigentümer, der seine Immobilie verkaufen möchte, sammelt zunächst Informationen über die aktuelle Marktlage. Dabei liest er auch Immobilienanzeigen in der Zeitung. Er sucht zu diesen Zeitpunkt wahrscheinlich keinen Immobilienmakler, aber es kann ja nicht schaden, wenn er auf seiner Informationstour öfter einmal auf Ihren Namen stößt.

Jedenfalls haben Sie mit Ihren Immobilienanzeigen schon einmal vorgesorgt für den Fall, dass dieser Verkäufer später einen Immobilienmakler beauftragen möchte. Sie sind ihm dann ja bereits bekannt als ein Makler, der offensichtlich alle denkbaren Verkaufskanäle nutzt.

Wenn Sie regelmäßig mit Immobilienanzeigen in der Zeitung präsent sind, steigen Ihre Chancen auf neue Aufträge – auch, wenn die Immobilie letztendlich vielleicht doch über das Internet verkauft wird.

Betrachten Sie Ihre Immobilienanzeigen also eher als Imagewerbung für den Immobilieneinkauf statt als Verkaufsinstrument.

4 Tipps für die Gestaltung Ihrer Immobilienanzeigen

Damit Ihre Werbung funktioniert, muss sie in der Masse aller Immobilienanzeigen auffallen. Dazu einige Tipps:

Tipp 1: Wählen Sie ein geschicktes Format für Ihre Immobilienanzeigen. Präsentieren Sie zum Beispiel ein “Objekt der Woche” und kombinieren es mit zwei oder drei kurzen Fließtextanzeigen und einigen Suchprofilen. Das fällt auf! Was Sie damit erreichen: Leser nehmen Ihr Top-Objekt wahr und erkennen, dass Sie noch weitere Immobilien zu bieten haben und dass es weitere Nachfrage nach Immobilien gibt.

Tipp 2: Nutzen Sie den Wiederholungseffekt. Eine Immobilienanzeige allein bringt meistens nicht viel. Ab der 3. Wiederholung haben Sie eine Chance, wahrgenommen zu werden. Damit Leser Ihre Anzeige wiedererkennen, sollten Sie sich stets an ein und dasselbe Muster halten (Farbe, Form, Sprachmuster). Das heißt aber nicht, dass der Inhalt identisch sein muss!

Tipp 3: Holen Sie sich Ideen bei Ihren Wettbewerbern. Schauen Sie in den Anzeigenteil der Zeitung. Wie werben andere Immobilienmakler? Lassen Sie Ihren Blick locker über die Seite schweifen. Streichen Sie jede Anzeige an, die Ihnen auffällt. Überlegen Sie, was diese Immobilienanzeigen so außergewöhnlich macht: Ist es eine besondere Form oder die Farbgebung? Macht der Text Sie neugierig, verleitet er Sie spontan zu einer Handlung? Aus diesen Anregungen basteln Sie sich dann Ihre eigene Anzeige zusammen.

Tipp 4: Innerhalb einer Region sieht man immer wieder Immobilienanzeigen, die sich in Aussage und Aufmachung gleichen – also eine Art “branchenübliche” Werbung. Wenn Ihre  Immobilienanzeigen davon abweichen, fallen sie allein schon dadurch auf. Holen Sie sich doch Ideen von Ihren Kollegen aus anderen Regionen. Lassen Sie sich eine Zeitung mit Immobilienteil aus einer möglichst weit entfernten Stadt schicken oder mitbringen und lassen  Sie sich von Ideen inspirieren, die Ihnen gefallen.

Vorsicht: Kopieren Sie nicht, sondern bringen Sie deutlich Ihre eigenen Ideen ein. Das kann Ihnen niemand verbieten, denn eine grafische Gestaltungsidee ist ebenso wenig geschützt wie die Art, in der ein Text aufgebaut ist. Verwenden Sie aber keinesfalls konkrete Logos, Bilder, Slogans oder Texte!

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