Vorweg: Ich finde Twitter klasse. Auch wenn ich selber bisher eher Leser als Schreiber bin – über Twitter habe ich schon viele wertvolle und interessante Dinge erfahren. Und ich bin sicher, dass ich das Potenzial von Twitter noch nicht annähernd ausnutze.

Nun weiß ich zwar, dass man beim Twitterlisten-Aufbau ganz gezielt vorgehen kann. In den ersten Tagen habe ich noch selber nach interessanten Leuten gesucht, die ich ohnehin schon kenne. Inzwischen bin ich eher passiv. Ich schau mir an wer mir folgt, und wenn seine Tweets mich thematisch interessieren, folge ich zurück. Wenn es nur banales Geplänkel gibt, folge ich nicht. Meine Liste ist also größtenteils fachbezogen.

Meine Tweets checke ich täglich. Nicht, dass ich sie alle lesen würde, aber ich überfliege sie wenigstens um herauszufinden, ob mich etwas interessiert. Und je länger meine tägliche Tweet-Liste wird, um so mehr wird mir bewusst:

Es gibt einige Twitterer, auf deren Tweets ich mich jeden Tag richtig freue. Bei anderen ist es eher so, dass ich daran denke, mich von ihnen zu trennen. Gestern habe ich endlich den Anfang gemacht.

Ganz ehrlich, ich verstehe nicht, was einen Twitterer dazu bewegen kann, seine Follower  täglich mit gefühlten 100 Tweets zu nerven. Ich konnte mich lange nicht zum „entfollowen“ durchringen, denn soooo uninteressant fand ich einige seiner Nachrichten nun auch wieder nicht. Schade nur, dass es so viele Wiederholungen gibt. Wie gesagt, gestern habe ich es getan …

Ganz bestimmt gibt es taktische oder strategische Gründe für diese Massen-Tweets. Aber mir als Follower und vielbeschäftigtem Menschen sind nun einmal die am liebsten, von denen ich höchstens 6-mal am Tag etwas höre, gern noch seltener.

Ich weiß auch nicht, warum ich von einem Twitterer Immobilienangebote aus ganz Deutschland bekommen muss. Auch diesen Twitterer verfolge ich nach wie vor aus rein beruflichem Interesse, aber sollte es tatsächlich jemand geben, den eine solche Auswahl interessiert? Immobilienangebote jeder Größenordnung aus ganz Deutschland? Bestimmt könnte ich als twitternder Immobilieninteressent auch nach Regionen oder anderen Kriterien  selektieren, aber diese Mühe habe ich mir noch nicht gemacht.

Für mich ist bei solchen Tweets einfach die Absicht zu deutlich. Es kommt den Schreibern offensichtlich nicht darauf an, Menschen wertvolle Tipps zu geben und Beziehungen zu pflegen. Ich fühle mich ein wenig missbraucht: Als „Listenfüller“, als Teil einer Strategie, als jemand, den man mit aggressiven Werbebotschaften bombardieren kann.

Dabei geht es auch anders, wie mir andere Twitterer täglich beweisen.

Am liebsten lese ich übrigens die Tweets der Real-Estate-Texterin Marte Cliff aus den USA. Sicher deshalb, weil ich ihr fachlich sehr nahe stehe, aber das ist nicht der einzige Grund. Offenbar ist es ihre „Erfolgsformel“, die ich vor einigen Tagen entdeckt habe. In ihrem Buch „Getting Clients“ gibt sie nämlich eine Empfehlung zum Twittern:

Marte rät, die täglichen Tweets gleichmäßig auf diese 3 Kategorien zu verteilen:

  • 1/3 Mehrwert: Empfehlungen aus dem Netz oder Re-Tweets,
  • 1/3 Beziehungsaufbau: Kleine persönliche „Enthüllungen“
  • Der Rest darf dann Werbung für die eigenen Leistungen und Produkte sein

Und an diese Regel hält sich Marte selbst (ungefähr). Sie lässt täglich von sich hören, aber sie ist nicht penetrant. Sie gibt wertvolle Tipps und Empfehlungen, bewirbt aber auch ihre eigenen Produkte. Und dass sie auch mal darüber schreibt, dass ihr Computer abgestürzt ist, ihre Internetverbindung schlecht ist oder dass es in Idaho schneit, finde ich dann auch sympathisch.

Diese Frequenz kann ich mir übrigens auch für twitternde Immobilienmakler vorstellen. Nicht nur Immobilienangebote in die Welt hinausposaunen, sondern auch hilfreiche Tipps geben, Service bieten und gern auch mal ganz dezent Persönlichkeit zeigen..

Ob 140 oder 14000 Zeichen – Ihre Kunden merken genau, welche Einstellung Sie ihnen gegenüber haben.

2 Kommentare

  1. Hallo Frau Engel,
    ja, die Empfehlung gefällt mir. Wenn ich Immobilien-Angebote und News twittere, dann sollten diesen ortsbezogen und targetiert sein. Dafür gibt es ja die Geo-Api von Twitter, so das ich bis auf einen Kilometer genau, genau die richtigen Follower und mein Zielpublikum auf Twitter finden kann. Viel Erfolg! – Stefan Berns (http://twittcoach.com)

  2. Astrid Engel

    Vielen Dank für den Tipp, Herr Berns, mit den Geo-Api werde ich mich mal näher beschäftigen.
    Astrid Engel

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