Als Immobilienmakler haben Sie jetzt – zwischen den Jahren – wahrscheinlich gerade eine ruhige Zeit. Die meisten Menschen genießen ihre freien Tage und das Zusammensein mit ihrer Familie – und an einen Umzug denkt zwischen den Feiertagen kaum jemand. Die meisten Menschen werden jetzt auch keine Verkaufsaufträge vergeben oder Besichtigungen durchführen wollen. Deshalb … es ist eine ruhige Zeit, und für viele Immobilienmakler bleibt es in den ersten Januarwochen auch so.

Maklern in den USA geht es nicht anders. Auf dem Blog meiner Kollegin Marte Cliff habe ich eine Empfehlung für Immobilienmakler gefunden, die Sie hier in Deutschland ebenso gut umsetzen können.

Nutzen Sie also diese Saure-Gurken-Zeit um etwas zu tun, was sonst kaum jemand macht: Entwickeln Sie eine Marketing-Broschüre, mit der Sie Ihren Kunden etwas wirklich Wertvolles bieten. Die Idee, die ich Ihnen mit Martes Erlaubnis weitergebe:

Stellen Sie in dieser Broschüre Informationen für ortsfremde Kaufinteressenten zusammen, in der Sie ihnen – neben der tollen Immobilie, für die sie sich interessieren – weitere Gründe geben, in Ihre Gegend zu ziehen. Den meisten Menschen ist nicht nur die Immobilie selber wichtig, sondern sie möchten sich auch das Leben vorstellen können, das sie in ihrer neuen Umgebung führen werden. Mit Ihrer Broschüre helfen Sie Ihren Kaufinteressenten dabei.

Ihre Broschüre zeigt Immobilien-Kaufinteressenten, wie sie in Ihrer Gegend leben werden

Das Zusammentragen der Informationen wird einige Recherchen erfordern. Aber Sie haben ja ein paar ruhige Tage vor sich, deshalb werden Sie es schaffen. Diese Aktivität wird Sie von den typischen Immobilienmakler-Ängsten (“… was, wenn das jetzt immer so ruhig bleibt …”) ablenken, und als Belohnung werden Sie mit neuem Marketingmaterial in die neue Immobiliensaison starten.

Entwickeln Sie also zunächst eine Broschüre, die Sie Kaufinteressenten vor einem Besichtigungstermin zuschicken können. Ihre Kunden sollen erkennen, wie interessant und angenehm das Leben in Ihrer Gegend ist. So können Sie beginnen:

Als erstes listen Sie die Veranstaltungen auf, die alljährlich in Ihrer Stadt, Ihrem Stadtteil oder in Ihrer Gemeinde stattfinden. Denken Sie an Märkte, Dorffeste, Konzerte, Vereinsfeste, Umzüge, Karneval …

Rufen Sie die entsprechenden Verantwortlichen an und erfragen Sie für jedes Event die Termine für das kommende Jahr. Schreiben Sie eine kleine Information über jede Veranstaltung und machen Sie sie Ihren Immobilien-Kaufinteressenten “schmackhaft”. Sie sollten aus Ihrem Text erkennen, warum die Veranstaltung für sie interessant ist. Vermerken Sie den Veranstaltungsort oder den Treffpunkt, wenn es einen gibt.

Listen Sie die Veranstaltungen auf, und zwar nach Terminen geordnet.

Unternehmen Sie als nächstes einen Spaziergang durch Ihren Ort. Notieren Sie die Namen und Adressen von Freizeit- und Erholungseinrichtungen, zum Beispiel das Fitnesscenter, den Schießplatz, die Bowlingbahn, das Theater, etc. Wenn es einen Reiterhof oder einen Sportboothafen in Ihrer Gemeinde gibt, listen Sie diese auch auf. Fügen Sie alles hinzu, was in die Kategorie “Spaß” passt, zusammen mit einem kleinen Vermerk darüber, was genau angeboten wird.

Nun sortieren Sie die Einträge und bringen Sie sie in eine logische Ordnung.

Nehmen Sie sich jetzt einen Straßenplan Ihrer Stadt oder Ihrer Gemeinde vor und kopieren Sie ihn zweimal. Kennzeichnen Sie in einer der Kopien alle Freizeiteinrichtungen mit einem Kreuz, einem Punkt oder einem Symbol. Wenn es für die jährlich stattfindenden Events Veranstaltungsorte gibt, vermerken Sie auch diese auf Ihrem Plan.

Wenn Sie die Einträge auf dem Plan sehen, überlegen Sie, wie Sie sie nun am besten beschriften. Können Sie die Namen direkt auf der Karte anordnen oder haben Sie keinen Platz für die Beschriftung, weil die Einträge so eng zusammenstehen?

Wenn das der Fall ist, nummerieren Sie die einzelnen Einträge und platzieren Sie die  Nummern mit der entsprechenden Erläuterung unterhalb oder neben der Karte.

Ganz wichtig: Kennzeichnen Sie auch Ihre eigene Adresse auf dem Straßenplan – vielleicht mit einem knallroten Stern!

Reservieren Sie sich auf dem Plan etwas Platz für Ihre Werbeanzeige und machen Sie in Ihrem Anzeigentext deutlich, welchen Vorteil Sie Ihren Kunden mit Ihrem Service als Immobilienmakler bieten.

Überlegen Sie dann, was für Kaufinteressenten besonders wichtig sein könnte, wenn sie lediglich für die Besichtigung einer Immobilie in Ihre Stadt kommen. Denken Sie an Übernachtungsmöglichkeiten oder besonders interessante Restaurants. Kontaktieren Sie diese Geschäfte und bieten Sie ihnen an, sich in Ihrer Broschüre ebenfalls mit einer Anzeige zu präsentieren. Dafür sollten sich die Geschäfte natürlich an den Druckkosten für die Broschüre beteiligen.

Nun haben Sie den Inhalt Ihrer Broschüre zusammen. Den Rest (Layout, Druck) überlassen Sie am besten einem Dienstleister. Der wird Sie auch bei der rechtssicheren Darstellung des Straßenplans beraten. Einfach kopieren und vervielfältigen dürfen Sie den nämlich nicht!

Ihre Broschüre können Sie auch an Tankstellen, in Hotels, Pensionen und Restaurants auslegen – überall dort, wo Besucher von außerhalb erstmals ankommen. Wenn sie sich für Immobilien in Ihrer Gegend interessieren, sind Sie dank Ihrer Broschüre der erste Immobilienmakler, auf den sie aufmerksam werden.

Dankeschön-Broschüre zum Vertragsabschluss

Mit Ihrer zweiten Broschüre bieten Sie neuen Einwohnern einen wertvollen Service. Entwickeln Sie also eine ähnliche Broschüre, die Sie Ihren Kunden beim Vertragsabschluss übergeben. Hier geht es nicht mehr darum, Spaß, Erholung und Freizeitwert hervorzuheben, sondern darum, wie Ihre Kunden in Ihrer Umgebung schnell heimisch werden.

Listen Sie also die Dienstleister auf, die neue Einwohner nach dem Umzug brauchen werden. Denken Sie an Kinderbetreuung, Tagespflege, alternative Schulen, Hundeschule, Autoreparatur-Service, Teppichreiniger, Friseur, Zahnarzt, Ärzte, und natürlich die Bibliothek.

Dann tragen Sie alle Standorte und Adressen in die zweite Stadtplan-Kopie ein.

Auch hier gilt: Wenn Sie die Kosten der Broschüre nicht allein tragen wollen, sollten Sie sich nicht scheuen, einige dieser Dienstleister anzusprechen ob sie sich nicht an den Druckkosten beteiligen wollen – als Gegenleistung für einen Anzeigenblock in der Broschüre. Vielleicht sind einige der Dienstleister sogar bereit, Ihren Kunden einen Rabatt-Gutschein zu übergeben – als zusätzliches Geschenk zum Kaufvertrags-Abschluss.

Listen Sie in dieser zweiten Broschüre auch die Telefonnummern auf, die neue Einwohner benötigen könnten: Stadt- und Gemeindeverwaltung, Energieversorger, Schulen usw …

Und natürlich muss – in großen fettgedruckten Buchstaben – zu lesen sein, dass diese Broschüre ein Dankeschön ist – und zwar von IHNEN.

Zugegeben, dieses Projekt wird einige Stunden in Anspruch nehmen, bis es fertig gestellt ist. Aber Sie werden sich von Ihren Mitbewerbern abheben, indem Sie etwas Wertvolles verschenken – ohne  Garantie für eine Gegenleistung. Das ist immer gut für den Image-Aufbau.

Deshalb: Statt deprimiert zu sein wenn die Geschäfte jetzt im Winter schlecht laufen, seien Sie aktiv. Investieren Sie etwas Zeit und Kraft, um sich unter die TOP 20% zu bringen (das sind gerade nicht die 80% der Immobilienmakler, die als “weiterbildungsresistent” gelten).

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