Immobilienmakler Imagebroschüre

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Sie kennen diese typischen Imagebroschüren großer Unternehmen: Tolle Aufmachung, schicke Fotos, ein paar nichtssagende oder auch „staatstragende“ Texte, natürlich auf edlem Hochglanz-Papier gedruckt. Sie blättern darin, finden die Gestaltung schön, aber so recht wissen Sie nichts damit anzufangen. Ein Fall fürs Altpapier …

Wenn Sie nicht gerade über das Marketing-Budget eines DAX-Unternehmes verfügen, sind solche Imagebroschüren reine Geldverschwendung.

Andersherum kann eine Imagebroschüre ein fantastisches Marketing-Werkzeug für jeden Immobilienmakler sein, wenn sie gezielt darauf ausgerichtet ist, den Leser zu einer Reaktion zu bewegen.

Das soll nicht heißen, dass ich die Gestaltung einer Imagebroschüre für nebensächlich halte – ganz im Gegenteil. Zu hochwertigen Immobilien gehören auch entsprechende Werbemittel.

Aber: Es muss beides stimmen – die optische Aufmachung UND der Inhalt. Damit Ihre toll gestaltete Imagebroschüre nicht zum teuren Flop wird, beachten Sie bei der Konzeption Ihrer Imagebroschüre die folgenden Tipps:

Tipp 1: Gesamtangebot oder nur einen Ausschnitt?

Entscheiden Sie zunächst, ob Sie in Ihrer Imagebroschüre Ihr Gesamtangebot vorstellen wollen oder sich nur auf einen Teil Ihres Angebots konzentrieren. Das hängt davon ab, wie spezialisiert Sie arbeiten und wie Sie Ihre Broschüre später einsetzen wollen.

Diese Überlegung ganz am Anfang ist wichtig, damit Ihre Imagebroschüre nur Inhalte enthält, die den Leser wirklich interessieren. Es kann durchaus sinnvoll sein, mehrere Imagebroschüren für verschiedene Zielgruppen zu konzipieren.

Tipp 2: Sorgen Sie für Interesse auf den 1. Blick

Die Überschrift gleich auf Seite 1 ist entscheidend dafür, ob Ihre Imagebroschüre gelesen wird oder nicht. Der Leser soll beim 1. Blick auf die Überschrift erkennen, was er davon hat, wenn er sich näher mit Ihrer Broschüre beschäftigt.

Erwarten Sie nicht, dass jemand wertvolle Sekunden opfern wird, um Ihre Broschüre durchzublättern um herauszufinden, ob darin für ihn etwas interessantes zu finden ist. Erkennt er nicht sofort für sich einen Nutzen, wird er sich nicht mit Ihrer Imagebroschüre befassen.

Tipp 3: Setzen Sie Fotos und grafische Elemente gezielt ein

Übergroße Logos, schöne, aber austauschbare Bilder – damit beeindrucken Sie vor allem Ihre Mitbewerber, weniger Ihre potenziellen Kunden.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Eine ästhetische Gestaltung mit schönen Bildern ist aus vielerlei Gründen wichtig – sie erregt Aufmerksamkeit, grenzt die Zielgruppe ein und ja, sie dient auch der Selbstdarstellung.

Doch wenn das Interesse geweckt ist, „übernimmt“ der Text.

Bilder ohne erläuternde Texte sagen entweder gar nichts aus oder sind missverständlich. Umgekehrt kann aber auch eine schlichte Broschüre ohne Bilder begeisterte Reaktionen hervorrufen – wenn der Text überzeugt.

Kurz gesagt: Erkennt der Leser einen Nutzen für sich, wird er sich auch mit ein paar schlechten schwarz-weißen Kopien intensiv auseinandersetzen (obwohl ich Ihnen hier keine Kopien in schwarz-weiß empfehle …).

Tipp 4: Ihr Leistungsangebot – immer mit Nutzenversprechen

Wenn Sie einen Überblick über Ihre Leistungen geben, kommt es auf zwei Dinge an:

  1. auf Übersichtlichkeit, sodass der Leser überfliegen kann, was Sie anbieten. Das funktioniert am besten durch Aufzählungen.
  2. darauf, dass der Leser den Nutzen für sich erkennen kann.

Das erreichen Sie so:

  • Stellen Sie Ihre Leistungen stichpunktartig dar. Aus jedem Stichpunkt sollte aber unbedingt hervorgehen, was der Leser von jedem einzelnen Punkt hat.
  • Geben Sie dem Leser einen Grund, warum er bei Ihnen besser aufgehoben ist als bei anderen Maklern.
  • Formulieren Sie Ihr Nutzenversprechen in einfachen Worten. So, dass der Leser es auf Anhieb versteht.

Beispiel: Durch das Verkaufsschild werden auch Interessenten auf Ihr Angebot aufmerksam, die gerade nicht aktiv nach einer Immobilie suchen.

Tipp 5: Worin unterscheidet sich Ihr Angebot von dem der Konkurrenz?

Warum sollte der Leser Ihrer Broschüre gerade Ihnen vertrauen? Was machen Sie anders – besser – als der Makler um die Ecke? Warum ist der Leser gerade bei Ihnen an der richtigen Adresse?

Gemeinplätze wie „langjährige Erfahrung“ oder „Qualität“ überzeugen nicht wirklich, und Ihre berufliche Kompetenz setzt der Kunde ohnehin voraus.

Wir sind ein leistungsstarkes Unternehmer der Immobilienbranche … Als seriöser und kompetenter Partner an ihrer Seite bieten wir ihnen … – Sie kennen die vielen Phrasen, die in den Imagebroschüren vieler Immobilienmakler zu lesen sind.

Warum sollte das jemand interessieren?

Viel interessanter und nützlicher ist es für potenzielle Kunden, wenn Sie auf einem ganz bestimmten Gebiet spezielle Erfahrungen oder eine Ausbildung vorweisen können. Auch hier gilt: Erklären Sie unbedingt, wie der Leser von dieser Kompetenz genau profitiert, wenn er Ihr Kunde wird.

Tipp 6: Untermauern Sie Ihre Aussagen durch Referenzen

Oft erwähnen Unternehmer in Ihren Imagebroschüren „zahlreiche zufriedene Kunden …“

Viel besser und glaubwürdiger sind jedoch WAHRE Aussagen realer Kunden. Gut ist es, wenn Sie in der Vergangenheit Referenzen Ihrer Kunden gesammelt haben und deren Genehmigung vorliegt, diese Aussagen in Ihrer Werbung zu verwenden.

Wenn Sie bisher noch nicht nach Referenzen gefragt haben, können Sie das auch nachholen. Schreiben Sie Ihre Kunden an und fragen, was Ihnen an der Zusammenarbeit besonders gefallen hat. Aus den Antworten nehmen Sie ein passendes Zitat heraus und bitten darum, es in Ihrer Werbung als Referenz verwenden zu dürfen.

Wählen sie die Referenzen so aus, dass verschiedene Aspekte Ihres Angebots dargestellt werden.

Tipp 7: Eine Handlungsaufforderung gehört in jede Imagebroschüre

Wie wird der Leser Ihrer Imagebroschüre Ihr Kunde?

Von sich aus werden nur wenige Menschen aktiv. Deshalb sollte Ihre Imagebroschüre Ihren Wunschkunden zu einer unmittelbaren Reaktion auffordern. Verzichten Sie also keinesfalls darauf, dem Leser ganz deutlich zu sagen, welche Reaktion Sie von ihm erwarten.

Nennen Sie Ihre Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefon- oder Faxnummer deutlich! Machen Sie dem potenziellen Kunden die Reaktion so einfach wie möglich, indem Sie mehrere Kontaktmöglichkeiten anbieten.

Noch besser ist ein attraktives Schnupperangebot, dem der Leser nicht widerstehen kann. Die kostenlose Marktanalyse bieten mehrere Immobilienmakler an – und sie bietet tatsächlich eine Kontaktmöglichkeit zu potenziellen Kunden in einer ganz frühen Phase. Aber vielleicht fällt Ihnen noch etwas anders ein.

Tipp 8: Geben Sie Anreize zum Aufbewahren Ihrer Imagebroschüre

Nicht immer hat ein Leser sofort Bedarf an Ihrer Leistung. Geben Sie ihm deshalb einen Grund, Ihre Imagebroschüre aufzubewahren – oder zumindest einen Teil davon mit Ihren Kontaktdaten und einer kurzen Zusammenfassung Ihres Leistungskatalogs.

Integrieren Sie dazu einen Serviceteil in Ihre Imagebroschüre, zum Beispiel:

  • Einen Gutschein für eine Marktanalyse,
  • einen Veranstaltungskalender der Vereine in Ihrer Gegend,
  • nützliche Adressen für Serviceleistungen rund um die Immobilie,
  • Termine von Events in Ihrer Region,
  • interessante Spaziergänge, Kurzreisen, Radtouren,
  • eine Liste mit nützlichen Internetadressen für Shopping, Kultur, Essen,
  • eine Checkliste für die Umzugs-Organisation oder den Kauf einer Ferienwohnung.

Ein ähnliches Vorgehen habe ich hier schon einmal beschrieben.

Wenn sie möchten, dass Ihre Imagebroschüre vollständig aufbewahrt wird, muss auch das Format stimmen. Privathaushalte haben meistens keine leistungsstarken Bürogeräte, mit denen sie dicke Broschüren lochen können. Auch Broschüren im Querformat lassen sich nicht gut abheften. Achten Sie also auf eine aufbewahrungsfreundliche Größe und – bei einer stärkeren Broschüre – zusätzliche Ösen oder gelochte Laschen.

Tipp 9: Klartext oder Werbewitz? Verständlichkeit geht vor

Zum Schluss noch ein Tipp: Versuchen Sie bitte nicht, besonders originell oder witzig zu sein. Humor in der Werbung ist immer gefährlich, da er oft zu Missverständnissen führt. Setzen Sie lieber auf Verständlichkeit.

4 Kommentare

  1. Hilfreiche Tipps, die jeder Makler als Standard wissen sollte. Danke.
    Ihre Renate Prissner
    ImmoEU Immobilien
    http://immoeu.wordpress.com

  2. Wem sagen Sie das, liebe Frau Assel. Die Vorstellungskraft potenzieller Käufer wird oft überschätzt – von vielen Maklern ebenso wie von Eigentümern. Bequemlichkeit wird auch noch eine Rolle spielen, jedenfalls dann, wenn man die Kosten für einen externen Homestaging-Profi scheut. Einfacher wäre es, wenn der Erfolg des Homestaging eindeutig messbar wäre.

  3. Danke, liebe Frau Prissner. Sie können es auch so sehen: Makler, die diese Tipps kennen, haben anderen Maklern einiges voraus. Jedenfalls dann, wenn sie dieses Wissen geschickt verkaufen können. Viel Erfolg weiterhin.

  4. Gerade suchte ich nach einer Art Gebrauchsanweisung zur Erstellung eines vernünftigen Flyers für Wurfwerbung in der Nachbarschaft und: Voila – hier gibt’s die besten Tipps wohlwollend aufbereitet. Ich bedanke mich herzlich und werde diese wertvollen Hinweise tunlichst befolgen.

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