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So nach und nach scheinen Immobilienvideos auch in Deutschland zum Trend zu werden.

Beim Betrachten zahlreicher Immobilienvideos habe ich festgestellt, dass fast alle Videos einer der beiden folgenden Herangehensweisen zuzuordnen sind:

Methode 1: Immobilienvideos als virtuelle Tour

Hier führt der Immobilienmakler seine Kaufinteressenten per Video durch das Haus oder die Wohnung. Dabei geht es darum, so viele Informationen wie möglich zu liefern – am besten so, dass er schon fast ohne Besichtigung kaufen oder mieten könnte.

Manchmal führt der Makler dabei selbst die Kamera, ich habe aber auch schon Videos gesehen, in denen der Makler selbst vor der Kamera stand (oder ging) und eine zweite Person die Kamera bediente.

Die Vorteile dieser Methode:

  • Virtuelle Touren vermitteln fast immer einen sehr authentischen Eindruck von dem Haus oder der Wohnung.
  • Kaufinteressenten erfahren sehr viel über die Immobilie und ersparen sich und dem Makler unnötige Besichtigungen.
  • Der Makler präsentiert nicht nur eine Immobilie, sondern sich selbst gleich mit – und das schafft Vertrauen und baut Distanz ab.

Nachteile:

  • Es gehört schon einiges Können dazu, ein professionell wirkendes Video herzustellen. Oft verwackeln Immobilienvideos, weil die Kamera meist per Hand geführt und durch das Haus geschleppt wird. Mich selbst stört das zwar nicht – ich finde, das passt einfach zu dem dokumentarischen Charakter – aber viele Menschen mögen das nicht.
  • Viel schlimmer: Es kann passieren, dass die Immobilie durch die handwerklichen Mängel des Immobilienvideos weniger attraktiv wirkt, als sie tatsächlich ist.
  • Gelegentlich empfinde ich diese Immobilienvideos als ein wenig langweilig. Es dauert eben seine Zeit, bis der Makler durch das Haus gegangen ist und alles genau gezeigt und erklärt hat. Wenn er nicht gerade ein exzellenter Entertainer ist (was ich auch schon erlebt habe) halte ich selten bis zum Ende durch. Einem Interessenten, der sich wahrscheinlich noch mehr Videos ansehen möchte, könnte es ebenso gehen.

Methode 2: Immobilienvideos als Werbespot

Ich weiß, es ist Geschmackssache, und ich weiß auch, dass die virtuelle Tour sehr viele Anhänger hat. Aber mir persönlich gefällt es besser, wenn Immobilienvideos in der Art von Werbespots produziert sind: Kurze, knappe Montagen aus Fotos, kurzen Videoclips und ein wenig Text, unterlegt mit Musik, vielleicht auch mit kurzen Kommentaren.

Werbespot-Immobilienvideos erheben nicht den Anspruch, das Haus oder die Wohnung detailgetreu wiederzugeben. Vielmehr geht es darum, Emotionen zu erzeugen, Besonderheiten hervorzuheben, und nebenbei die wichtigsten Eckdaten zu transportieren.

Denken Sie an die Kino-Vorschau auf einen neuen Kinofilm: Die soll ja nur Appetit auf den ganzen Film machen, anstatt den Inhalt in Kurzform vorwegzunehmen. So ist es auch bei dieser Form der Immobilienvideos. Sie sollen nur Interesse wecken, ohne gleich alle Fragen zu beantworten.

Die Vorteile der Werbespot-Methode:

  • Die Immobilienvideos sind kurz und knapp, was den meist ungeduldigen Betrachtern entgegenkommt.
  • Zumindest aus technischer Sicht ist es einfacher, diese Immobilienvideos in guter Qualität herzustellen.

Nachteil:

  • Wer sich ausschließlich von Daten und Fakten leiten lässt (oder es von sich glaubt …), wird enttäuscht sein. Ihm werden möglicherweise zu wenig handfeste Informationen transportiert.

4 wichtige Tipps für Ihre Immobilienvideos

Egal, welche Methode Ihnen besser gefällt – hier sind einige Tipps, wie Sie Ihre Immobilienvideos interessanter gestalten:

1. Zeigen oder demonstrieren Sie, wie etwas funktioniert oder wie etwas benutzt wird. Der gedeckte Tisch, die gefüllte Badewanne, das Garagentor, das per Fernbedienung geöffnet wird, das aufgeschlagene Buch auf der Sonnenliege.

2. Ein Script gehört zu jeder Filmproduktion. Das kann eine einfache Liste mit Stichpunkten sein. Hauptsache, sie hilft Ihnen dabei, die richtigen Fotos und Videoclips aufzunehmen und die einzelnen Szenen in der richtigen Reihenfolge zu zeigen.

3. Zeigen Sie keine unnötigen Teile des Hauses oder der Wohnung. Zum Beispiel ist es nicht nötig, die Toilette zu zeigen, auch nicht den Inhalt der Küchenschränke. Demonstrieren Sie lieber einen bestimmten Lebensstil, der zu dem Haus passt. Der Interessent sollte ruhig ein wenig ins Träumen geraten.

4. Immobilienvideos sollten dynamisch wirken, eine gute Handlung bzw. einen roten Faden verfolgen und allerhöchstens 5 Minuten dauern, keinesfalls mehr.

4 Kommentare

  1. Sehr gut beschrieben, sehe ich genau so. An die durchs Haus gehen sache habe ich auch schon oft gedacht, nur noch nie ausprobiert. Ich denke jetzt wird es mal langsam Zeit dafür ;-)

  2. Gute Beschreibung. Evtl. kann man den Kunden 2 Videos bieten, erst eins im Werbefilmstil, und für näher Interessierte ein längeres.

  3. Immobilienvideos nutze ich seit 2003. Diese kommen sehr gut an da man Zeit spart. Insbesondere bei umfangreichen Objekten wie Gewerbe/ Industrieimmobilien.
    Die Clips sollten nicht länger als 10 Minuten sein. Wer Interesse hat schaut sich diese auch an.
    Ulf

  4. Hallo, ich suche eine Software für die Selbsterstellung von Immobilienvideos als Werbespot.
    Hat jemand einen Tipp welche Software hier gut wäre.

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